Beeindruckt


Mir ist gar nicht aufgefallen, dass es warm ist. Ich habe nur gemerkt, dass ich mich unter freien Himmel sehr wohl fühle und ich neuerdings Schatten bevorzuge. Das Ganze hat mich nicht weiter verwundert. Ein Blick auf die Temperaturanzeige meiner Wohnung – 33° C – hat mich sehr erstaunt und war gleichzeitig die ungefragte Erklärung auf mein ganztägiges Sauna-Wohlfühlsein. Diese Zahl scheint auch die Ursache dafür zu sein, dass ich mich auf meinem heutigen Nach-Hause-Weg mit dem Fahrrad wie auf einer Radtour in Ägypten gefühlt habe. Nur war ich in Ägypten sollte angemessener gekleidet.
Aufmerksamkeit gemacht auf die Hitze fällt die Wärme entsprechend deutlich stärker auf. Plötzlich steht die Luft und mir ist warm. Das passt widerrum gut zu einem vor Kurzem erschienenem ZEIT-Artikel, der besagt, dass viele Deutsche mit Zahlen nicht umgehen und diese kaum einschätzen können. Ich mag Zahlen grundsätzlich und kann nur hoffen, dass die Temperaturzahl im aktuellen Bereich bleibt…

…und nicht allein. Das ist erschreckend. Normalerweise ist das Werktags schon zur Mittagspause gegen 18 Uhr der Fall.
Da darf man sich zum gemütlichen Einklang auf den Tatort schon mal wundern.

„Freitag um eins macht jeder seins.“ Dieser Spruch spiegelt zwar seit 2005 nicht mehr die Realität wieder, aber immerhin ist es am heutigen Freitag 14:30 Uhr geworden. Nicht das dies der absolute Feierabend ist, übertreiben will ich es schließlich nicht. Aber zumindest habe ich den Arbeitsort auf den Weg ins Wochenende verlagert. Konkret sollte meine Reise ins Ruhrgebiet gehen.
In Jena bin ich mit Koffer und Kollegen gestartet. Den Kollege musste ich ab Weimar allein weiterfahren lassen, weil ich meine Wegstrecke in einem anderem Fahrzeug weiterführen wollte. Der ICE nach Düsseldorf hatte eine Verspätung von ca. 20 Minuten. Das war nicht sonderlich schlimm, da ich die Zeit gern in der Sonne verbracht habe und nebenbei noch etwas telefonieren konnte. Der Zug war gut gefüllt, um nicht zu sagen, dass zahlreiche Fahrgäste keinen Platz fanden und im Gang saßen mussten. Ich hatte Glück und fand noch einen Platz. Dieser befand sich in der Nähe der Information bzw. Sammelstelle für Zugbegleiter. Genau diese Nähe stellte sich als faszinierendes Highlight heraus.
„Wenn wir keine Verspätung haben, ist das einer der schönsten Jobs der Welt. Aber wenn wir Verspätung haben, frage nicht…“ sagte ein Zugbegleiter zum anderen. Inhaltlich kann ich mir das sehr gut vorstellen. Alle Beteiligten motivierten sich Halt für Halt, um die Verspätung wieder „reinzufahren“. Die Zugbegleiter sprangen aus den Zug und starteten die Weiterfahrt sobald der letzte Fahrgast die Stufe zum Bahnsteig abschloss. Noch auf dem Sprung in den Zug wurde der Zugführer angerufen: „Verriegeln und Abfahren! Danke.“  Keine Sekunde wurde verschenkt. Der Zugführer wurde motiviert. „Gut gemacht, nur noch 17 Minuten! Gib Gas! Weiter so…“
Es hat mich zu tiefst begeistert, welchen Einsatz die Mitarbeiter der Deutschen Bahn gezeigt haben. Welchen Erfolg sie mit Unterstützung der Leitstelle hatten, war erstaunlich. Ankunft in Hamm mit 5 Minuten Verspätung. Ich habe meinen Anschlusszug geschafft. Ich saß im RegionalExpress und fand die zuvor stattgefundene Fahrt herrlich. So macht Bahnfahren Spaß…

Ich mag das Mittelrheintal. Ein Besuch dieser traumhaften Gegend an diesem Wochenende hat die Faszinierung erneut entfacht. Angeregt als Geschenk für einen mir wichtigen Menschen ging die Reise am Wochenende zum zauberhaften UNESCO Weltkulturerbe am oberen Mittelrheintal.

Es war großes Glück. Den ersten Tag nach dem Hochwasser der letzten Tage fahren wieder Passagierschiffe auf dem Rhein.
Der Start war in Koblenz. Vor dem Boarding versammelten sich erschreckend viele Menschen, die dasselbe Ziel hatten: Einen Abstecher in den Süden. Die Reise ging los. Das Schiff nahm die Fahrt stromaufwärts auf und erkämpfte sich gegen die Natur eine Seemeile nach der anderen. Der Höhepunkt war Stau vor der Rheinschleife. Nichts ging mehr, weil zu viele Schiffe auf dem Weg waren. Erstaunlich, dass es soetwas auch auf dem Wasser gibt. Die Sonne brannte und die Temperaturen waren eigentlich bei anhaltender Fahrt erträglich. Der Knoten platzte jedoch relativ schnell. Am Ziel in Boppard konnte das Elend des Hochwassers noch spürbar vernommen wurden. Die Bewohner der ersten Reihe kämpften gegen die Wassermassen im Keller. An allen Ecken oder Schaufenstervitrinen wurde das Wasser wieder in den Rhein befördert. Das Städtchen ist nett und für die Größe der Stadt erstaunlich international. Sogar kleine Bäckereien oder Fleischer haben Beschreibungstexte in mehreren Sprachen.
Später war der Rückweg fällig. Ohne Stau und mit Schwung durch den Strom dauerte diese auch nur etwa ein Drittel der Zeit wie die Hinfahrt. Es es ein angenehmes Flair in der alten Römerstadt. Mit ihren nur 105.000 Einwohnern bietet Koblenz sehr viel mehr als viele vermuten.

Am Sonntag startete der Tag sehr gemütlich mit einem Frühstück. Im Gegensatz zu anderen Hotels wurde nochmals nachgefragt, ob nicht noch Proviant für unterwegs nötig sei.
Durch die komfortable Seilbahn konnte auch die Festung Ehrenbreitstein erreicht werden. Sie lässt einen tollen Blick auf das UNESCO Weltkulturerbe zu, von daher sollte bitte beides erhalten bleiben. Nach einem Spaziergang um die Ausläufer der Bundesgartenschau ging es wieder ins Tal.

Die Heimfahrt mit dem IC nach Mainz in der ersten Etappe sorgte nochmal für einen sehr eindrucksvollen Abschied. Durch die attraktive Bahnstrecke entlang der Schluchten am Rhein konnte ich auch noch der Loreley noch zuwinken…

Abschied fällt immer schwer. Da helfen auch Küsse oder Tränen nicht.
Seit jüngster Vergangenheit bekomme ich immer ein Lunchpaket für meine Zugreisen. Das Lunchpaket ist mit Brötchen, Tomaten und Leckereien gefüllt. Dieses Paket hat den Vorteil, dass ich nicht aushungere. Zusätzlich schweifen die Gedanken während des Essens immer zu der gemeinsamen Zeit, was regelmäßig ein Lächeln aufs Gesicht zaubert.
Heute hätte ich sogar gern ein paar mehr Dinkelkräcker gehabt 😉

In den letzten Tagen hat mich das Boggle-Fieber gepackt. Statt in der Zeitung zu schmökern oder das hochniveauvolle deutsche Fernsehprogramm zu verfolgen, spiele ich am Abend in jüngster Vergangenheit das schnelle Wortspiel „Boggle“ · Ich berichtete jüngst von aufgefundenen Boggle-Spiel.
Es macht große Freue und mich packte die Herausforderung, doch in Erfahrung zu bringen, wie viele Wörter ich von den möglichen Wörtern finde. Daher machte ich mich auf die Suche nach einem digitalen Boggle. Und ich wurde hier fündig: wortopia.de.

Wortopia

Hier kann der Boggle-Spieler ohne nervige Werbung in den Wettbewerb mit anderen Onlinespielern treten und im Ranking um Plätze kämpfen – auch anonym ohne Anmeldung.
Der Vorteil ist, dass nach einem Spiel alle möglichen Wörter aufgedeckt werden. Es kann sogar in Erfahrung gebracht werden, welche Wörter durch anderen Mitspieler gefunden wurden.
Einfach. Spannend. Geniel. Ich bin begeistert.

Vor 10 Jahren ist das Brandt Zwieback-Werk in Hagen geschlossen wurden. Es musste einem Neubau einer Produktionsstätte im thüringischen Ohrdruf weichen. 60 Millionen Euro wurden damals von Brandt investiert (davon 20 Millionen Fördergelder). Dank neuester Herstellungsverfahren wurden auch nur noch knapp 50% der Belegschaft benötigt, welche am Heimatstandort Hagen noch gebraucht wurde.

Brandt Zwieback bietet mittlerweile Snacks, die auch im Alter zwischen Kindheit und Rentenalter lecker geschnappert werden können.

Twitter, der niedliche kleine Vogel, der angezwitschert kommt, sobald es etwas neus gibt. Ich nutze Twitter seit einer ganzen Weile als Nachrichtenkanal, um für mich relevante Meldungen zu erhalten.

Nun bin ich durch innovative Berichterstattung in den Dritten Kanälen (konkret WDR) auf zwei interessante Dienste im Zusammenhang mit Twitter gefunden. Beide im Folgenden vorgestellte Websites haben das Ziel Twitter-Nachrichten („Tweets“) zu visualisieren und sogar hörbar zu machen.

#tweetscape
Das deutsche Projekt von Wissenschaftlern und Künstlern stellt Tweets in Form von Klängen und Bildern dar.

Tweetscape wandelt deutsche Twitternachrichten in Klänge und Bilder

Dabei werden die Standorte und Hashtags von Tweets ausgewertet, um die Entwicklung von Gesprächsthemen darzustellen. Dass heißt, häufig verwendete Hashtags erhalten große markante Punkte auf der Deutschlandkarte. Untermalt wird die Darstellung der Herkunftsorte und Wichtigkeit der Tweets mit entsprechenden Tönen.
tweetscape.de

twittervision
Die Website twittervision stellt Tweets auf Basis der Standortinformationen auf einer Landkarte dar. Dabei können die Nachrichten mit Vorschautext unmittelbar gelesen werden.

twittervision zeigt Tweets live auf der Weltkarte

Auf dieser Seite kann weltweit sehr schön erfolgt werden, wo die Hochburgen der Twitter-Community liegen und welche Themen derzeit bewegen, voraussgesetzt man ist der jeweiligen Sprache mächtig.
twittervision.com

„Die Probleme von Unternehmen sind häufig der Konzeptphase der Produkt- oder Systementwicklung zu finden. Geschuldet ist das oft Missverständlichkeiten und unterschiedlichen Interpretationen von Anforderungen…“ so die einleitenden Worte von Michael Stock zur Vergabe des Kohlhage-Preises 2010 in Hagen.
Der Kohlhage-Preis zeichnet jährlich die Diplomarbeiten mit der größten Wirksamkeit in der Praxis aus. Im Jahr 2010 geht der Kohlhage-Preis an die Diplomarbeit mit dem Thema „Werkzeuggestützte Qualitätssicherung im Requirements Engineering auf Basis von Metriken“ von Martin Heidenreich.
 
Die Arbeit zeigt das Potenzial von Requirements Engineering und Möglichkeiten zur Verbesserung der Entwicklungsprozesse mit Hilfe von Metriken.
Kohlhage-Preis 2010

 
Die Erkenntnisse der Arbeit wurden in der Software „Requalize“ umgesetzt. Mit Hilfe dieses Werkzeugs kann das Requirements Engineering in einem Unternehmen mit Hilfe von Analysen messbar gemacht werden, woraus sich unmittelbar Verbesserungspozentiale ermitteln lassen.
Informationen zu der Software Requalize sind unter www.requalize.com zu finden.

An dieser Stelle muss ich mich natürlich für die hervorragende Unterstützung aller Kollegen der IT-QBase GmbH bedanken, ohne die dieser Erfolg nicht in dieser Form möglich gewesen wäre. Ein herzliches Dankeschön will ich auch an meinen betreuenden Professor Dr. Rainald Schöneberg richten.

Ein Wahnsinn. Ich stehe im ICE 681, der – wer hätte es vermutet – etwas verspätet ist. Dummerweise plante ich eigentlich einen früheren Zug zu nehmen. Das klappte leider aus Gründen verträumter Beobachtung weiblicher Wesen nicht. Der wenig später verkehrende ICE ist überfüllt und meine Sitzplatzreservierung sowieso verfallen. Der letzte Zufluchtsort ist zum ersten Mal das Bordrestaturant. Der Tisch bewegte mich dazu, mein Notebook noch mal hervor zu holen und etwas zu tun. Eine junge Frau neben mir war sehr verzweifelt, sie weinte. Beim Durchlesen ihres Entlassungsberichtes sackte sie zusammen. Ein Sekt half ihr, die Situation erträglich zu machen. Inspiriert vom Duft bestellte ich mir ein leckeres Weizen-Bier. Super, nachmittags um 15:43 Uhr geht der Abend los. Ich komme mir etwas kaputt vor, aber gut. Als das erste Weizen geleert war, füllte der nette Barkeeper direkt nach. Kurze Zeit später erhielt ich leckere Nüsse, damit mir der Aufenthalt noch etwas versüßt wird.
In Hannover stiegen dann ein paar Leute zu viel ein. Der Zug war plötzlich überfüllt. Und zwar so drastisch überfüllt, dass er aufgrund der Überlastung nicht weiterfahren konnte. Freundlich bat die Bahn ihre Kunden, wenn es möglich sei, doch bitte den nächsten Zug zu nehmen. Interessanterweise stiegen tatsächlich einige Passagiere aus und verspäteten sich freiwillig. Danke dafür!
Die dennoch entstandene Verspätung von etwa 15 Minuten sorgen etwa 30 Minuten später für das nächste Drama. In Göttingen verpasste ich mein Anschlusszug um satte 4 Minuten. Aber pünktlich wie der RegionalExpress eben immer ist, wartet er nicht. Die Folge dessen war ein gemütlicher Aufenthalt von zwei Stunden in der netten Studentenstadt. Die freundlichen Bahnmitarbeiter boten mir weitere Nüsse zum gemütlichen Verweilen an. Diesmal Cashnew-Nüsse, die wirklich gut waren. Ich bin mir nur nicht sicher, ob sich dafür die unfreiwillige Opferung von zwei Stunden Freizeit lohnen.
Im superpünktlichen RegionalExpress traf ich dann auf bekannte Gesichter, sodass die restliche Wegstrecke – mit guter Lektüre untermauert – sehr angenehm war…

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