Erstaunt


Ein Spaziergang durch die Hamburger HafenCity oder den Finanzbezirk in Frankfurt wirken teilweise surreal. Die neuen Architekturströmungen sind zurückhaltend und konservativ, aber durchaus gewöhnungsbedürftig.
Der Sprung über den Teich katapultierte mich nicht nur aus der soliden sozialen Marktwirtschaft hinein in den Superkapitalismus, sondern auch in eine andersartige Umgebung. Ich möchte diesen Eindruck gar nicht bewerten, denn nicht alles was anders ist, ist schlecht. Und mit Gewohnheit hat die Reise wenig zu tun.
Der Hotelblick lässt keine Aussicht zu, noch nichtmals der Himmel kann erkannt werden. Das allerdings liegt nicht an der Tageszeit.
Ich bin gespannt auf eine tolle Zeit in New York City.

Hotelblick in New York

Hotelblick in New York

In den ersten Semestern meines Studiums in der schönen Stadt Hagen habe ich mich regelmäßig mit dem Bus bewegt. Die dortige Nahverkehrsgesellschaft „Hagener Straßenbahn AG“ hat sich auf Busse fokussiert, welche ich als Fortbewegungsmittel gern nutzte.
Seitdem haben meine genutzten Verkehrsmittel Busse irgendwie ausgespart, wenn auch gar nicht bewusst.
Aufgrund regelmäßiger Reisen nach München habe nun bei den Münchner Verkehrsbetrieben (MVV) zum Bus zurückgefunden. Ich stellte schnell fest, mir fehlte nicht wirklich etwas. Denn mit Auto, DB/S-Bahn/U-Bahn und Straßenbahn lässt es sich hervorragend vorankommen. Regelmäßig war ich verärgert, wenn die Bus-Führer das Fahrverhalten ihres privaten PKW auf ihr Arbeitsmittel übertrugen. Überschnelles Beschleunigungen, stoßartiges Bremsen wenige Meter vor Ampeln, die bereits lange Zeit rot zeigten oder Lenkmanöver, wo neben einem Porsche nur Busse aufgrund ihres Gewichts in der Spur bleiben.
Besonders „angenehm“ ist ein solch aggressives Fahrverhalten, wenn man mit Rucksack, Tasche und Koffer noch nicht mal mehr ein Sitzplatz bekommt. Mir war bisher nicht bewusst, dass es für mein negatives Gefühl auch einen Fachbegriff gibt.
Eine Dokumentation über die Ausbildung von Bus-Führern beim Hamburger HVV hat eindrucksvoll dargestellt, wie hoch der dortige Anteil der Ausbildung das sogenannte fahrgastfreundliche Fahrverhalten einnimmt. Lenken und Bremsen, wie es einem Fahrgast ein angenehmes Fortbewegungsgefühl vermittelt.
Vielleicht können die Kollegen vom MVV einfach mal in Hamburg einen Nachholkurs einlegen.

…Lust hätte ich ja schon. Meine erhaltene Bordkarte der Lufthansa hat mich auch direkt angesprochen.
Lufthansa Bordkarte
Nur hat mich eine Kleinigkeit verwundert: Ich habe gar keine Buchung vorgenommen. Ein kurzer Blick auf das Lufthansa-System hat die „Echtheit“ der Mail jedoch fundiert. Es wurde ein Flug gebucht, der Sitzplan durch den Check-In auch direkt gesichert:

Lufthansa Check-In
Nur hat mich eine Kleinigkeit verwundert: Ich habe gar keine Buchung vorgenommen.
Ich wurde also zu einem Anruf beim Service-Center der Lufthansa angregt. Hier klärte sich die Sache schnell auf. Ein Namensvetter hat den Flug gebucht und eingecheckt. Im System gab es nur eine Verwechslung bei der Zustellung der Bordkarte. So jedenfalls wurde es zumindest beschrieben, auch wenn es für die Lufthansa-Mitarbeiterin am Telefon auch nicht wirklich nachvollziehbar.
Die Zusicherung, dass ich keine Rechnung für den Flug erhalte, hat mich jedoch beruhigt. Das kommt es im System hoffentlich zu keinen Verwechslungen.

Ich kann nicht sagen, dass es im Moment übermäßig langweilig. Zu einigen Neuerungen kommt allein durch örtliche Bewegung sehr viel Abwechslung. Da kommt teilweise auch der Schrittzähler nicht mehr hinterher.

Eine Betrachtung meines Standortverlaufs, der mit dem freundlichen Google Service ununterbrochen aufgezeichnet wurde, sieht einige gewisse Flexibilität.

Google Standortverlauf

Wie der Karte nicht unmittelbar entnommen werden kann, ist meine Bewegungsart. Diese wurde je nach notwendiger Distanz angepasst:

  • Gehen zu Fuß
  • Fahrt mit öffentlichen Nahverkehrsmitteln
  • Fähren
  • Zugfahrten
  • Flüge

Google wird beobachten, wie mein Bewegungsverhalten in nächster Zeit aussieht. Und ich werde regelmäßig reflektieren, ob Bewegung und Zeitpunkt auch zusammenpassen und meine wesentlichen Ziele unterstützen.

Es ist ja selten der Fall, dass man von Software überrascht wird. Jedenfalls werden üblicherweise nur die erwarteten Funktionen erfüllt. Wenn überhaupt.
Heute Mittag hat mich Microsoft Lync freundlicherweise auf die bestehende Zeit hingewiesen und die Vorfreude auf das Wochenende gesteigert. Danke!

Keine Termine - Freuen Sie sich!

Es ist Freitagnachmittag. Die Themen der Arbeitswoche sind abgehakt und das Wochenende kann kommen.
Das Wochenende wird wohl leider anstrengender als das Programm erahnen kann.

10 Kartons für den Start, dachte ich mir. Danach sollte eine solide Schätzung möglich sein, wie viele noch benötigt werden. Aber mit Umzugskartons scheint es wie mit Aufwandsschätzungen in der Software-Entwicklung zu sein – passen oft hinten und vorn nicht.
Mehraufwand im Sinne von mehr Umzugskartons werden wegen nicht abschätzbaren Umfängen in Schränken oder selten besuchten Ecken der Wohnung benötigt. Umzugskartons müssen nachgeordert werden.

Inzwischen ist die Wohnung zwar nicht mehr wohnlich. Aber sie scheint mehr und mehr umzugstauglich. Zumindest stehen zahlreiche Kartons bereit und warten auf Abholung. Für den Kauf der Umzugskartons musste ich eine neue Baumarktkette meines Vertrauens finden, weil sich Max Bahr leider nicht mehr wieder fand. Nach meinem dritten Besuch in Folge kennt man sich inzwischen schon ganz gut. Der Weg an die richtige Stelle findet sich schnell. An der Kasse eine freundliche Begrüßung. Sie werden es vermissen und starke Umsatzeinbußen haben, wenn ich meinen finalen Karton erworben habe.
Ein inneres Gefühl sagt mir, heute war nicht mein letzter Besuch.

Züge an Freitagabenden sind grundsätzlich nicht die leersten. Vergangenen Freitag hatte ich den Eindruck, dass der ICE Richtung Hamburg besonders voll ist. Ich fand noch einen freien Sitz. Ich war sehr froh, weil über 4 Stunden Fahrt im Stehen nicht so angenehm sind. Der Sitz neben mir war reserviert, jedoch nicht besetzt. Ich holte mein Notebook heraus – fing an zu arbeiten.
Plötzlich eine Stimme von einer stehenden Person neben mir: „Der Zug ist aber ganz schön voll.“ – „Sie können sich auch setzen, der Platz neben mir ist zwar reserviert, aber noch frei.“ – „Ja, ich habe den Platz reserviert. Wollte aber nicht beim Arbeiten stören.“

Leider waren drei der vier Stunden Fahrt nicht zur Arbeit zu gebrauchen. Aber zumindest war eine nette Unterhaltung möglich und die Zeit verging wie im Zuge. Passend zum Artikel „Abstrakt“ waren die zunehmende Dramatisierung der Wohnungssituation in Großstädten und Ausbauhäuser das Thema. Ausbauhäuser als Form von Fertighäusern waren mir selbst bisher kein Begriff, aber grundsätzlich eine interessante Idee. Leider wird dieses Konzept wahrscheinlich im Zuge der aktuell aufblähenden Immobilienblase zunehmend an Bedeutung verlieren, aber durchaus interessant, um leerstehende Häuser zumindest vor dem Zerfall zu schützen. Aktiv betrieben beispielsweise von der Berliner Regierung, wenn auch etwas unfreiwillig – siehe Tagesspiegel „Besetzte Schule in Berlin„.
Ich bin zumindest gespannt, wie sich die Wertentwicklung der Schule in den nächsten Jahren gestaltet.

Bei meinem regelmäßigen Lauf um die Alster komme ich nach absehbarer Zeit immer wieder auf die gleichen Gedanken. Nämlich den befremdlichen Umgang mit Hundeleinen. Scheinbar gehört es in Hamburg zum guten Ton, seinem Tier – vornehmlich Hund – beim Spaziergang unendliche Freiheit zuzugestehen. Eine nicht qualifizierbare Statistik meinerseits hat ergeben, dass einfach kein HundeführIn eine Leine, Kette oder ähnliches Objekt zum Führen seines Hundes verwendet. Ich finde diesen Anblick nach wie vor irritierend und kann mich nur schwer an diese Leichtigkeit gewöhnen. Das Führen von Hunde mit Leine scheint in dieser Stadt eher die Ausnahme zu sein. Es sei jedoch erwähnt, dass die Gesetzeslage in dieser Stadt wie in den meisten Großstädten vorliegt: Leinenpflicht! Der Umgang mit dieser Freiheitsberaubung der Tiere, die sich wahrscheinlich im Vergleich zur Wohnung sehr eingeschränkt fühlen, ist nur ein anderer. In anderen Großstädten stellt sich ein anderes Bild dar. Die meisten HundeführerIn verwenden Pflichtbewusst eine Leine, weniger weigern sich dagegen. Jedensfalls ist mir dieses Bild beispielsweise aus dem Jenaer Paradies vertraut.
Es ist nicht so, dass die Hansestadt nicht engagiert ist. Mitarbeiter vom Ordnungsamt sind eigentlich immer unterwegs und haben entsprechend der oben geschilderten Situation auch konstante Einnahmen. Die Hansestadt kann aus eigener Wahrnehmung die Parkstreife mindestens verdreifachen und dennoch wären alle Mitarbeiter konstant ausgelastet.

Geburtstag von Johannes Kepler

Der Kollege Johannes Kepler war mir bereits aus dem früheren Physik- und Mathevorlesungen bekannt. Inzwischen habe ich eine ganz andere Beziehung zu diesem Namen. Ich trage ihn stets bei mir. Und das nicht nur, weil ich von den Keplerschen Gesetzen so begeistert bin.
Meine befreundete Hochschule in Linz trägt seinen Namen: „Johannes-Kepler-Universität“ (JKU).
Es ist ja nicht so, dass ich regelmäßig diese Universität denken muss. Aber ein einfaches Bild kann durch subjektive Wahrnehmung eine ganz andere Bedeutung erhalten. In diesem Fall eine positive, sodass ich vor Eingabe meines Suchbegriffs kurz Lächeln musste.

Grund für das Google-Bild war übrigens der 445. Geburtstag des Herrn Kepler.

Bahnfahren in Deutschland wird oft als große Belastung wahrgenommen. Viele Reisende ziehen das eigene Auto, Mitfahrgelegenheiten oder mittlerweile auch den Bus dem Fahren mit der Deutschen Bahn AG vor. Ich nehme häufig den Service der Zugfahrt in Anspruch. Auch ich bin wie viele andere Mitreisende regelmäßig frustriert und genervt.
Die Fahren verlaufen extrem unterschiedlich. In einem glücklichen Moment kommt der Zug pünktlich, alle Anschlüsse werden erreicht. Auf einer ruhigen Fahrt kommt man entspannt an. Super.
Gleicher Wochentag, gleiche Zeit: Zugausfall, Verspätung, nicht erreichte Anschlüsse mit lautem Seniorenausflug. Alles blöd.
Solche Fahrten münden nicht selten in beleidigenden Worten. Oft folgt inzwischen ein bösartiger Beitrag bei Facebook – und der findet im Freundeskreis gefallen.
Bei meinem heutigen Ausflug habe ich mir Gedanken über die gewaltigen Unterschiede der Eindrücke gemacht. Ich behaupte, über das Gelingen und gutmütige Ende einer Bahnfart hat die Deutsche Bahn als Unternehmen nur bedingt Einfluss. Was wirklich entscheidend ist, sind die Leute des Konzern, welchen man begegnet – die Zugbegleiter. Gute Laute, ein freundliches Gegenübertreten, witzige Anekdoten und Selbstironie können auch eine organisaorisch katastrophale Fahrt zu einem freudigem Erlebnis werden lassen. So war ich beispielsweise schon bei einer vierstündigen Fahrt mit zwei Stunden Verspätung durch Warten auf einen Anschlusszug bei eisiger Temperatur grundsätzlich nicht in bester Stimmung. Die Mundart und gute Stimmung des Zugbegleiters, die ich sonst nur vom Kölner Karneval gewohnt war, hat das Empfinden merklich gesteigert. Es hat sogar den Umsatz angekurbelt, weil ich die schöne Atmosphäre im trägen ICE mit einem passendem Kaltgetränk abrunden wollte.
Auf der anderen Seite konnte heute eine unsagbar unfreundliche und ignorante Zugbegleiterin die angenehmste Fahrt vermiesen. Diese Art der Unkommunikation, Arroganz und Uneinsichtigkeit gegenüber Kunden und Fahrgästen ist einer Verurteilung wert. Da hilft auch das pünktliche Ankommen nichts. Diese Art der Frustration ist sogar nachhaltiger und wird sicher gern von Facebook-Freunden und Co. aufgegriffen.

Ich empfehle der Deutschen Bahn AG neben der Investition in Züge, deren funktionierende Klimaanlagen ausdrücklich, die in Kundenkontakt stehenden Mitarbeiter im Umgang mit Kunden zu schulen. Das nicht jeder Zugbegleiter plötzlich zum Alleinunterhalter wird und auch die schrecklichste Stimmung dreht, ist klar. Aber der Einfluss der eigenen Ausstrahlung und Persönlichkeit auf die Meinung zum gesamten Unternehmen sollte nicht unterschätzt werden. Sicher sind vielen Mitarbeitern ihre eigenen Einflussmöglichkeiten nicht bewusst – daher: Kundenorientiertes Verhalten muss allen mit Kunden in Kontakt stehenden Mitarbeitern verinnerlicht werden.

Ich wünsche gutes Gelingen und weiterhin pünktliche Fahrt!

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