Nachdenkend


Die Gesellschaft für Deutsche Sprache gab das Wort des Jahres bekannt. Es lautet „postfaktisch“.
Angelehnt an das internationale Wort des Jahres des Oxford Dictionaries „post-truth“ beschreibt es genau das, was mir als Faktenliebhaber mit Feingefühl für Objektivität sorgen bereitet. Verbreitete Informationen, Meinungen oder Entscheidungen werden zunehmend durch Gefühle geleitet, belegbare Wahrheiten werden nicht angehört und treten in den Hintergrund.

Wir sollten alle das Bewusstsein von Fakten stärken. Mehr zu Hinterfragen würden einen ersten wichtigen Schritt bedeuten.

Es ist durchaus nicht einfach, vergangene Entscheidungen oder Umsetzungen in Frage zu stellen. Möglicherweise werden falsche Entscheidungen oder suboptimale Umsetzungen aufgedeckt. Das verursacht womöglich Schmerzen, kostet Kraft und vielleicht sogar notwendigen Aufwand für Überarbeitungen. Was der Mut jedoch freimacht, sind gegebenenfalls folgende Vorteile:

  • Bestätigung
    Die Entscheidung war richtig und führt wiederholt zu gleichen Ergebnis. Klasse! Da kann man sich doch freuen.
  • „Bessere“ Entscheidungen
    Üblicherweise steigt im Zeitverlauf der Kenntnisstand zur Entscheidungsfindung. Bleibt mehr Zeit, bedeutet dies im Umkehrschluss nicht zwangsläufig bessere Entscheidungen. Aber im Fortschritt und der Auswirkung von Entscheidungen werden womöglich neue/weitere/andere Kriterien erweitert.
  • einen klaren Neuanfang
    Alles auf Anfang. Jetzt aber richtig.

Andere Zeitpunkte und neue Erkenntnisse bieten gegebenenfalls eine bessere Entscheidungsgrundlage.

Ich finde es klasse, immer mal, an Bestehenden zu rütteln…So ergibt sich zum Beispiel ein anderes Software-Architekturkonzept wie vor einigen Monaten vorgesehen oder die Neuinstallation der Satellitenanlage. Daneben gibt es noch ein paar zu reflektierende Dinge.

Eine Nachwirkung einer bemerkenswerten Veranstaltung, die mich zum Nachdenken angeregt hat. Im Folgenden soll einmal grob die Unterscheidung zwischen Profession, Beruf und Job aufgeführt werden – wie sie mir vorgestellt wurde.
Dabei möchte ich jedoch keinerlei Bewertung durchführen.

Profession

  • Theorieausbildung findet statt. Diese dient als Grundlage, was wichtig für Umgang mit komplexen Zusammenhängen ist.
  • Nach Theorie-Ausbildung erfolgt Praktikum.
  • Es existiert eine Standesvermittlung.
  • Es existiert eine Ethik/Ethikvertretung.

Beruf

  • Ausbildung erfolgt praxisorientiert. Praxis findet mit reduzierter Komplexität durch Bewältigung wiederkehrender Aufgaben statt.
  • Ausbildung durch Praxis und erlangen von Praxiswissen.
  • Es existiert eine Standesvermittlung.
  • Es existiert eine Ethik/Ethikvertretung.

Job

  • Jobs können durch jeden ausgeführt werden, da sie durch wiederholende Aufgaben geprägt sind.
  • Für Jobs ist Systemkonformität wichtig.

Inspiriert durch eine am Samstag erschienene Überschrift in der Süddeutschen Zeitung, will ich den schon seit geraumer Zeit in Bearbeitung befindlichen Beitrag abschließen.

Es soll um Facebook gehen. Nicht um den Konzern, der herausragenden Datenschutz oder Ähnlich. Sondern schlicht und einfach über die, welche sich auf dieser Plattform bewegen. Sie können Menschen genannt oder auch gern im spezifischen Neudeutsch „Digital Natives“.

Diese Plattform lädt ein, mit anderen Menschen in Kontakt zu treten. Mit Leuten zu kommunizieren, die man vielleicht nicht jeden Tag sehen kann. Neben den sinnigen Kommunizieren über Nachrichten, dient das Netz natürlich als ideale Onlineselbstinszinierungsplattform.  Ähnlich traumhaft wie die Headline zu lesen, ist das Bedürfnis von Menschen, sich in Online-Plattformen in Szene zu setzen. Lassen Sie uns abtauchen, in eine Welt voller Extremsportler, Partywütigen oder auch Pin-Ups. Jeder darf sich so präsentieren, wie es beliebt. Gern auch so, wie man gern sein möchte. Die einen berichten fünf Mal täglich vom Kaffeekonsum, andere dokumentieren jede Sportminute oder Ausflüge außerhalb der Vier-Wände. Um nicht die allseits beliebgte Akt-Photographie des Mittagsmahl zu vergessen, hier ein Dank für die herrlichen Inspirationen.
Neben der Realität entsteht eine Fassade. Es folgt eine gewisse Wunschdarstellung der Personen, was durch andere gern kommentiert und gefallen wird. Man kann im Alltag versagen. Aber Hauptsache, man kommt in sozialen Netzwerk an. Das tut gut und stärkt das Ego.
Wer will schon persönlichen Kontakt haben…

Wer jetzt denkt, dass die vorliegende Internet-Präsentation ein ähnliches Machtwerk ist, muss ich auf Folgendes hinweisen: Diese Seite dient für meine persönliche Dokumentation. Damit ich diese auch wiederfinde, ist sie öffentlich.

Das zweite Mal eine Jahrhundertflut innerhalb weniger Jahre. Es ist erschreckend, was gerade zahlreiche Städten und Gemeinden widerfährt. Wenn die Schreckensbilder zu sehen sind, die untergegangen Weiden, Häuser, das Hab & Gut zahlreicher Menschen, kommt ein starkes Gefühl der Demut. Das Glück nicht in einem Krisengebiet zu wohnen, wirkt plötzlich unbezahlbar. Neben dieser Wahrnehmung, welche ein Großteil der Bevölkerung haben, kommen bei mir zusätzlich besondere Gefühle auf. Zur Jahrhundertflut im Jahr 2002 verfolgte ich ca. 10 Stunden täglich das Geschehen. Ich war im Krankenhaus „gefesselt“, hatte meine persönliche Katastrophe gerade abwenden können. Die Retter, Helfer und Opfer haben mir mit ihrer Energie damals enormen Antrieb gegeben. Vergleichbare Bilder aktuell zu sehen werfen mich zwar nicht zurück, regen mich jedoch sehr zum Gedanken an. Schließlich ist zwischenzeitlich eine ganze Menge passiert. Wenn man die Bilder sieht (vgl. Hochwasser: Bundeswehr-Hilfseinsatz) oder einfach einen Blick in die überschwemmte Oberaue wirft, kommt direkt der Gedanke: Offensichtlich sind nicht jederorts die richtigen Dinge passiert…

Es ist leider nicht möglich, seinen Gedanken immer Folge zu leisten und dort zu sein, wo man gern sein würde:

  • Ich denke an dich.
  • Ich träume von dir.
  • Ich berühre dich.
  • Ich küsse dich.
  • Ich will dich!

Post bekommen die meisten regelmäßig, da bin ich auch keine Ausnahme. Auch, wenn das nur schwer nachvollzogen werden kann 😉
Das Problem der Post ist in den überwiegenden Fällen: Es sind Rechnung oder Werbung. Gegenteilige Post ist eine Seltenheit. Heute habe ich tatsächlich einen Brief erhalten, der nicht zu diesen 2 Kategorien zählt. Post aus Jena. Das ist der nächste Punkt, wo es sich noch mehr lohnt, sich der ganzen Sache näher zu widmen. Obwohl ich aus mir bisher nicht erschließbaren Gründen nach München schrieb, erhielt ich Antwort aus Jena. Seltsam, aber schön. Das sich nur um eine Empfangsbestätigung handelte, spielte bei der ganzen Vorfreude schon gar keine Rolle mehr. Das zeigt mir deutlich, dass es oft nicht auf den Inhalt ankommt, sondern im großen Teil darum, dass überhaupt kommuniziert wird. Dabei ist natürlich die Erschließung möglichst vieler Kommunikationswege von Vorteil. Nach einem nicht angenommen Anruf, kommt eine kurze Reaktion per Mail doch nicht schlecht.  Genauso wie sich über eine SMS nach einen FAX gefreut wird. Das gibt dem Absender nicht nur das Gefühl, dass das Schreiben sein Ziel erreicht hat, sondern bindet ihn direkt in die Begeisteruung mit ein.

In diesem Sinne: Zerreiß nie das goldene Band…

Oh ja, da ist der wieder, der Herbert. Angestoßen von Claudi, der ich vom Text zu „Bochum“ erzählen sollte, habe ich mir die grandiose Live-DVD von der Expo 2000 in Hannover angeschaut. Die Folge ist die Beschäftigung mit zahlreichen Epochen meines neuen Lebens. Die DVD begleitet mich treu, nicht mehr die ganze Nacht wie anfangs, aber immer wieder mehr oder weniger präsent. Ich finde es beeindruckend, an wie viele verschiedene Situationen und besonders Menschen mich das Konzert erinnert. Erstaunlich auch, wie viele neue Eindrücke aufgrund der bewegenden Texte hinzu kommen. Ich werde in tiefste Depression gestürzt, aber auf der anderen Seite auch aufgebaut. Das Gute bei dieser Gleichung ist, dass ich persönlich weiter komme. Und das kann ja nie schaden.

Qualitatives Fernsehen ist selten. Schaut man sich in der Sendervielfalt Deutschlands um, fällt auf: Viel Kommerz, viel schlechtes Fernsehen. Nun steht als erstes die Frage, steht mir es zu, Fernsehen zu bewerten? Ich sage ja, immerhin zahl ich brav die GEZ-Gebühren und sehe, dass Teilweise sehr vernünftiges Programm zu Stande kommen kann. Das, was die Privaten seit RTL, Sat. 1 & Co. vergebens versuchen. Die Schere geht, meiner Meinung nach, sogar immer weiter auseinander. Das Programm ist oftmals so schlecht, dass man wochenlang ohne etwas zu verpassen den Fernseher ausgeschaltet lassen kann.
Der Grund diesen Beitrag zu schreiben, ist meine derzeitige Faszination am Sender 3sat. Das Fernsehen der 4 Größen ZDF, ORF, SRG und ARD zeigt mir im Moment sehr deutlich, wozu deutsches Fernsehen in der Lage ist. Da wären die spannenden Thementage zu nennen, die sich einem Bereich für mehrere Stunden ausführlich und aus zahlreichen Perspektiven widmen oder das gelungene 3sat Festival, welches Kaberett & Comedy von eher unbekannteren Künstlern der Extraklasse bietet. Immerhin war Rainald Grebe auch da. Gerade habe ich den bewegenden Film „Le Train – Ein Hauch von Glück“ der Romy-Schneider-Reihe gesehen und kann aufgrund der Begeisterung meiner Lieblingsschauspielerin noch nicht recht zur Ruhe kommen. Zurück zum eigentlichen Thema heißt es, dass es durchaus einen Hoffnungsschimmer gibt. Von diesen kleinen niedlichen 3sat wissen zu wenig, wie toll der Sender ist und besonders, was er zu bieten hat.
Einschalten: „3sat – anders fernsehen“

Ein gewöhnlicher Tag? Naja, es geht. Obwohl ich gestern Nacht spät ins Bett kam und außerdem schlecht in den Schlaf finden konnte, bin ich heute Morgen recht früh aufgewacht. Der erste Gedanke waren [geniale] Ideen zur Arbeit, die ich natürlich direkt umsetzen musste. Nebenbei telefonierte ich noch mit meiner Oma und tätigte einige Überweisungen (Miete).

Das geplante Treffen mit Danie fiel ins Wasser. Unbehelligt davon, war das Wetter ja perfekt. Also bin ich ins Paradies gefahren. Die Zeit-Ausgaben der letzten Woche habe ich eingepackt, sodass ich prächtig unterhalten war. Ich arbeitete die 3 letzten Ausgaben auf und las etwa 2 Stunden in der herrlichen paradiesischen Sonne. Das im Ernst-Abbe-Sportfeld stattfindende Thüringenderby zwischen den FC Carl Zeiss Jena II und RW Erfurt II (Oberliga) war nicht zu überhören. Die tausenden Polizei-Beamten im hübschen Eishockey-Outfit taten ihr Bestes dazu. Die RWE-Fans sind nach dem Spiel auf dem Weg zum Westbahnhof auch noch 10m an mir vorbei gelaufen. Sehr witzig. Ich glaube, nur wenige Oberliga-Spiele können sich über solche Beliebtheit freuen wie die von Carl Zeiss. Der Ergebnis war übrigens auch noch ganz positiv – 2:1. Nach einem Telefonat mit Tina, kam sie spontan mit ihrem Dad vorbei. Ich glaube, es tat ihm sehr gut. Nicht zu letzt, weil er sich im Nachhinein sehr für den schönen Nachmittag bedankte. Ich bin später mit Tina noch in den Schillerhof gefahren. Wir sahen das deutsche Drama „Dr. Alemán„, ein sehr gelungener Film mit einem Drang zum Detail. Das Gesamturteil: Sehenswert. Also für Leute, die anspruchsvolle Filme mögen 😉
Im Anschluss kehrten wir noch kurz bei Dersimo ein, wo ich den geilsten Döner seit langem zu mir nahm. Im Gegensatz zur überteuerten Grausamkeit in Bad Nauheim war dieser sehr lecker und verfügte über eine Menge Fleisch.

Als ich Tina nach Hause brachte, kehrten ihre Mum, Ronald und seine Mutter auch gerade ein, sodass es mir schwer fiel, nicht nochmal mit rein zu schauen. Wir unterhielten uns nett, was ich wahrscheinlich bald sehr vermissen werde. Genauso wie ich im Moment jemand anderes vermisse. 2 Cappuccini und ein Bier später, schrieb es 0 Uhr und der Weg ins Hotel stand an. Das jedoch mit einem gemischten, nachdenklichen Gefühl…

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