Philosophisch


Der Kern des Scheiterns liegt darin, dass wir verliebt sind, bevor wir verliebt sind. Anders gesagt: Wir sind bereits Liebende und vor allem Liebesdurstige, die nur auf der Suche nach einem Objekt für diese Liebe sind. Der Wunsch zu Lieben ist vor der Liebe da. Wir projizieren unsere Sehnsüchte auf die andere Person. Wir meinen im Zustand der Verliebtheit, keinen Fehler am Anderen zu erkennen. Wir halten ihn für die exakt richtige Person für uns. Bis wir ihn oder sie richtig kennen lernen. Denn auch wenn es im Einzelfall möglich sein mag, seine „verlorene Hälfte“ zu finden, ist es tatsächlich kaum möglich, dass unser Partner genau unserem Idealbild entspricht. Oftmals erkennen wir zu spät, dass unser Traum doch nicht erfüllt ist.
So wunderbar die Verliebtheit ist, sie ist überwiegend selbstbezogen. Wir sind nur zum Teil in die real existierende Person verliebt, im weitaus höheren Maße lieben wir das Bild, das wir uns vom Anderen machen. Das allerdings führt automatisch zu Enttäuschungen. Für diese Enttäuschungen sind wir natürlich selbst verantwortlich, denn an sich ist es ja der eigene Fehler, im Irrtum über das Wesen des Gegenübers zu sein. Wer liebt und wer geliebt werden möchte, ist verletzlich. Und fast zwangsläufig werden wir von unserem Partner verletzt. Weil er nicht unseren Erwartungen entspricht und auch gar nicht entsprechen kann. Weil er vielleicht doch nicht ganz hundertprozentig unser Seelenverwandter ist. Diese Entdeckung tut weh. Und es liegt nahe, den Fehler beim Anderen zu suchen. Liegt es wirklich am Gegenpart?

Das Ziel eines Jeden sollte sein, mit sich selbst ins Reine zu kommen, eigene positive und negative Seiten genau kennen und einschätzen zu wissen. Ist man glücklich wie man ist, kann sich an andere herangewagt werden. Jetzt zeigt sich, dass man nicht unerreichbar wirkt.

Ich bin heute Nachmittag mit dem Bus durch Hagen gefahren und stellte eine wirklich schöne Entwicklung fest. Es wird an vielen Ecken gebaut und Deutschland wird schöner gemacht. Es gibt zahlreiche Probleme, welche man gemeinsam lösen will. Seien es freiwillige Hilfsprojekte, um Obdachlosen ein Dach über den Kopf zu geben oder die Innenstädte wieder mehr zu beleben. Sie haben in den meisten Städten an großer Vielfalt zugenommen. Es ist zwar angenehm nicht wie kurz vor Weihnachen vor lauter Menschenmassen über den Haufen gerannt zu werden, aber warum kann ein Zentrum nicht das gesamte Jahr so pulsieren. Zum Treffen, auf einer Bank im Park sitzen oder einfach um andere Leute zu beobachten. Ich finde es faszinierend, wie friedlich so vielen verschiedene Typen und Glaubensrichtungen auf so engen Raum eigentlich problemlos miteinander auskommen und von einander profitieren. Dieses Phänomen sollte man verbreiten und nicht durch einzelne Vorurteile möglichst eindämmen. Die Toleranz der Menschen, besonders auch meine, sollte unbedingt ausgebaut werden.

Nichts auf der Welt ist so gerecht verteilt wie der Verstand.
Jeder glaubt, er hätte genug davon.

Ich bin Deutschland, all die Leser dieser Zeilen auch – jedenfalls ist das so, wenn es nach der Werbekampagne der Bundesregierung geht. Ich hoffe, mir muss keiner peinlich sein, genauso wie ich versuchen werde, in Zukunft anderen nicht peinlich zu sein. Zur Fußball-Weltmeisterschaft dieses Jahr müssen wir uns von unserer besten Seite zeigen. Deutschland ist ein Wunder und das sollten wir pflegen. Meine Vorsätze für das letzte Jahr konnte ich erfolgreich umsetzen. Das ist wohl eines für 2006.
Lasst uns Deutschland gemeinsam schöner machen!

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