Schockiert


Das Fakten, beispielsweise ein Wahlergebnis, nicht akzeptiert werden könnten, war schon ein Hinweis auf den Umgang mit Argumenten, Objektivität und Sensibilität für Diskussionen. In dem Zusammenhang des Umgangs mit Unwahrheiten ist mir ein Schnappschuss auf dem Wahlkampf eingefallen, was ziemlich gut meine Gefühl wiederspiegelt. Aufgenommen vor dem Trump Tower am Tag vor der US-Wahl 2016.

SOS

Fakten können nicht in Frage gestellt werden, aber wohl sehr der richtige Umgang damit. Alternative Fakten stellen keine wirkliche neue Alternative dar.

Ich bin ja durchaus als Freund der Deutschen Bahn bekannt. Oder anders: Ich kann den Zorn vieler Reisender über pauschale Aussagen von Verspätungen, Krisenmanagement oder unfreundlichen Kundenkontakt nicht immer nachvollziehen.
Meine kürzlichen Ausflüge mit Alternativanbietern Fortbewegung auf Gleisen waren nur bedingt erfreulich.

eurobahn
Der Einstieg in einer überfüllten Zug der eurobahn bereitete unmittelbar Unbehagen. Der Zug war überlaufen, die Sitzplätze und Gänge waren verstopft. Bedackt mit Koffer und zwei Taschen, was an sich logistisch als Einzelperson bereits eine Herausforderung ist, ergatterte ich mir den letzten freien Platz im Zug. Der einzige Haken: Der Sitzplatz war in der 1. Klasse.
Weniger Kilometer vor meinem Ziel wurde bei einer Fahrscheinkontrolle nach meinem Ticket verlangt. Dies hatte ich leider nur für die 2. Klasse. Aus vergangenen Erfahrungen vergleichbarer Sachverhalte bin ich bisher immer auf ein gewisses Verständnis der Zugbegleiter gestoßen. Entweder ich konnte den Aufpreis nachordern oder habe mich einfach unmittelbar umgesetzt bzw. umgestellt. Die Dame war leider wenig kommunikativ und hatte kein Verständnis für mein Verhalten.
„Dieser Sachverhalt wird gewertet, als hätten Sie kein Ticket. Es ist ein Bußgeld in Höhe von 40,- Euro zu zahlen.“
Am Liebsten hätte ich der unsysmphatischen Person die 40,- Euro unmittelbar gegeben, damit sie sich ein Buch zum Thema zwischenmenschlische Kommunikation kaufen kann.

ALEX
Meine erste Fahrt mit der bayrischen Regionalbahn ALEX. Die Tranporter haben sich von ihrer besten Seite präsentiert, getreuch nach dem Motto „Schlimmer geht’s immer“.
Die Deutsche Bahn hat sie ausgemustert. Die Waggons aus den 70er Jahre starten bei ALEX ihr zweites Leben. An einem heißen Sommertag spürt man den eingeschränkten Wärmeaustausch im Sinne einer Klimaanlage noch anderer Möglichkeiten von Frischluftzufuhr extrem intensiv. Die Überfüllung des Zuges bot keinerlei Platz auch nur für kleinste Bewegungen. So konnte ich mir nichtmals die Schweißperlen abwischen.
Nach dem zweiten Haltepunkt kam es zu einem nicht zuvor angekündigten Fahrtabbruch: Bitte alle aussteigen. Nach Wartezeit am Bahnsteig fuhr später ein Ersatzzug ein, der weder mehr Fahrgastkapazität noch höheren Standard bot. Also bemerkenswert schlecht organisiert. Der Ersatzzug startete die Fahrt. Am nächsten Haltepunkt kam es widerrum zum Stillstand. Ungewisse Wartezeit ohne jegliche Kommunikation. Die bisher entstandene Verspätung (~2h) spielte keine Rolle mehr. Nur das Ziel, irgendwann anzukommen sollte doch bitte noch erreicht werden.
Am letzten Umsteigebahnhof war ich extrem froh, wieder frische Luft zu atmen. Wenn diese auch mit 30 Grad nicht alt zu abkühlend wirkte.
Alles in Allem eine katastrophale Fahrt, die erst nach Umstieg in einen Zug der Deutschen Bahn wieder halbwegs strukturiert wurde. Als mündiger Bürger hätte ich eine Alternativverbindung ohne Privatbahn bevorzugt.

Ich werde in Zukunft mehr Acht darauf geben, in welchen Zug ich einsteige. Der ist entweder rot oder weiß und es steht immer DB drauf.

Nachdem zwei Restaurants auf der Fahrradinsel Hiddensee aufgrund auf Sicht beurteiligten Preis-Leistungs-Verhältnisses wegfielen, sollte das kleine Hungergefühl mit einem nicht übermäßigen Snack gestillt werden.
Wir wählten den schlechtesten Imbiss der Insel. Leider kam dieses Fazit erst mit Konsum des unterirdischen Geschmacks der Bockwurst mit Kartoffelsalat. Ich wusste bis dato nicht, dass man an einem solchem Gericht so viel falsch machen kann. Der Geschmack wurde durch mindestens 6h im Wasserbad eindeutig weggekocht. Der minderwertige Fertig-Kartoffelsalat wurde mit einem minderwertigen Fertig-Gurkensalat vermischt und mit kreativer Eigengewürzmischung total versaubeutelt. Wahnsinn, wie schlecht dieses Essen war.
„Versüßt“ wurde der Konsum durch den Hauskater, der seinem verspeisten Fisch neben unserem Tisch wieder ausgekotzt hat. Die Imbiss-Besitzer das wenig interessiert. Belustigt wurde die Tatsache nur aufgenommen. Der Haufen durfte auf jeden Fall länger verbleiben als wir noch im Lokal waren. Die permanent schreienden Kinder anderer Lärmresistenten Gäste haben da „nur“ noch zum menschlichen und familiären Ambiente beigetragen. Eine zumutbare Atmosphäre zu schaffen, scheint den Besitzern ebenso wichtig sein wie die Qualität der Angebote.
Es gibt scheinbar genügend bedauernswerte Urlauber, die sich mindestens einmalig auf die verlockende Hausmannskost mit angemessenen Preisen einlassen.

…Da hilft es nur, über die Radio-Werbung nachzudenken, wo mit „Interessanten Preisen“ geworben wird. Vor lauter Senierung, wie ein Unternehmen es schaffen kann, Preise interessant zu machen, habe ich ganz das werbende Unternehmen verloren.
So macht doch Reisen Spaß.

Als ich heute einen Werbebanner mit einem Produktbild angezeigt bekam, weckte es tatsächlich Interesse. Kundenspezifische Werbung, wie sie sein soll. Ein Klick auf den Banner zielte leider nicht auf das angepriesene Produkt, etwas enttäuschend. Quasi kundenspezifische Werbung, wie sie nicht sein sollte.
Da ich mich nicht generell für die Produktgruppe interessierte, sondern explizit das eingeblendete Produkt, kam mir eine Google-Bildersuche in den Sinn. Denn leider war das Produkt im werbenden Onlineshop nicht zu finden – Ein Schrei aus Frust vielleicht?
Oft habe ich die Bildersuche von Google noch nicht genutzt. Ehrlich gesagt, habe ich sie noch nie aktiv benutzt. In diesem Fall sollte es das ideale Werkzeug sein. So die Erwartungshaltung. Das Ergebnis? Nüchtern betrachtet: Sehr enttäuschend:

Produktsuche nach Schuhen

Naja, bis auf die Schuhfarbe sind keine Ähnlichkeiten zu erkennen.

Zwei fatale Probleme in einer sehr vernetzten transparenten Informationswelt, die auch in der „alten Welt“ bereits existierten:
* Priese etwas an, was es gar nicht gibt. – Scheinbar nirgendwo im indizierten Internet.
* Stelle eine Anfrage und erhalte komplett andere/unpassende Rückmeldungen.

Ein Hoch auf das Internet.

Ich mag Martina Hill und auch durchaus die Sendung Knallerfrauen im deutschen Privatfernsehen.

Durch Zufall bin ich auf einen Clip aus der Sendung gestoßen und wollte mir diesen anschauen. Was sehr schnell auffiel, ist der enorme Werbeanteil auf der Internetplattform von SAT.1:

  • Vor dem Clip: Ein Werbespot mit mindestens 20 Sekunden
  • Clip: Beispielsweise 10 Sekunden
  • Nach dem Clip: Ein Werbespot mit mindestens 20 Sekunden

Der Spaß ist sehr schnell dahin und der Surfer weg…kein Interesse.

 

Meine liebe gute ZEIT. Was ist denn da los?
Auf der Homepage von ZEIT ONLINE erscheint ein Artikel über Strippenzieher. Aber von wo genau?

ZEIT ONLINE Artikel

© ZEIT ONLINE, 29.11.2014

 
Ein Klick auf den Artikel hilft. Es geht tatsächlich um Thüringen. Auch wenn es nicht unmittelbar deutlich wurde…

Wir sollten uns neben den inhaltlichen Themen auch ausreichend um Rechtschreibung bemühen.

Willkommen in der Vergangenheit! Lasst uns die Zukunft zurückdrehen, Entwicklung und Fortschritt sperren. Wer braucht das schon? Wer braucht schon einen attraktiven zeitgemäßen Stadtkern? Die Mehrheit der Bevölkerung Jena’s scheint von einem Riesenpark mit Kinderspielplätzen, Wald, Einkaufstempeln und hunderten Parkplätzen zugleich zu träumen.
Das Ergebnis habe ich befürchtet, nun scheint es Wirklichkeit zu sein. Der Volksentscheid zur Bebauung des Eichplatzes wird zu Ungunsten des von jenawohnen und OFB vorgestellten Konzepts ausgehen (siehe OTZ Brennpunkt). Schade, ich bin schwer enttäuscht. Die Entwicklung der fortschrittlichen Lichtstadt scheint gedimmt.

Ich lebe in der Realität und sehe einen überaus traurigen Parkplatz mit angrenzendem öffentlichen Pissior. Dieses Bild bleibt erhalten, herzlichen Glückwunsch!

So oft bin ich ja nicht auf im Jugendfernsehen unterwegs. Aber ein Spot lockte mich direkt auf die Internetpräsentation des US-amerikanischen Giganten. Offensichtlich bin ich nicht der Einzige mit dieser Idee.

Der Zugriff auf aktuelle Musikvideos wurde schnell stark eingeschränkt.

MTV is down

Vielleicht komme ich bald wieder. Aber erstmal bin ich weg. Tut mir leid…

Es ist durchaus aufschlussreich im Ausland zu studieren. Es werden nicht nur ein fachlicher Erfahrungsgewinn und Wissenszuwachs vermittelt, sondern auch regelmäßige außenstehende Eindrücke über die eigene Nation. Während einer sehr interessanten Unterhaltung über ständiges Wachstum von Unternehmen, Rendite- und Effizienzsteigerung wurden Mitarbeiter für deutsche  Unternehmen stark bedauert. Konkret hat der hiesige Professor Mayr die Mitarbeiter als arme Frösche bezeichnet. Die Frösche würden in einen Topf mit Wasser gesetzt. Seit Jahren wird der Druck stetig erhöht,  die Effizienz der Mitarbeiter – die Ergebnisse der Arbeit müssen steigen. Besser, höher,  schneller, weiter. Sinnbildlich wurden die nüchternen Worte mit dem langsamen erhöhen der Wassertemperatur beschrieben. Die Frösche merken dies anfangs gar nicht, später bleiben sie drin, danach platzen sie. Die armen Frösche bekommen die langwirkende Qual gar nicht mit. Sie haben nur mit den Konsequenzen zu kämpfen: Schlafstörungen, Konzentrationsverlust, Burn-Out. Beim einsetzen der Frösche in die aktuell vorherrschende Wassertemperatur würden sie direkt wieder rausspringen – leider wurden sie über die Zeit weichgekocht.
Lasst doch die Frosche leben, denke ich. Laut dem Professor wird der Wachstumsmotor Europas – auch Deutschland genannt – weiter in Fahrt bleiben. Aber irgendwann kommt auch ein Motor an seine Grenzen, die Menschen oder auch die arme  Frösche.

Seit kurzem weißt mich Google bei jedem Aufruf meiner Startseite – ja, es ist iGoogle – unmissverständlich darauf hin, dass dieses Angebot eingestellt wird. iGoogle, eine schöne Möglichkeit, sich eine eigene Startseite mit gewünschten Informationen zusammenzustellen, soll ernsthaft vom Bildschirm verschwinden. Google ist der Meinung, dass die Umstellung sinnvoll für mich ist und somit meine Ziele noch schneller erreichbar sind, weil so besser strukturiert und zugänglich sind.

iGoogle gegen Google Apps

Ich bin dieser Meinung nicht. Für mich heißt es unmittelbar mehr Klicks. Zu Anfang eine Umstellung der seit Jahren angewöhnten Arbeitsweise, erhebliches Suchen nach den gewünschten Zielen. Jetzt wird alles Apps genannt, was natürlich sehr fortschrittlich klingt.
Aus einer übersichtlichen Kopfzeile, wo auf Anhieb alle Zielen unmittelbar von jeder Seite erreichbar sind, darf der Nutzer ab sofort auf jeder Seite die Google App-Übersicht aufrufen. Von dort aus geht es weiter zur Auswahl des eigentlichen Ziels.
Diese Struktur mag für Handy- und Tablet-Nutzer sinnvoll sein, aber es gibt sie doch noch, dieses guten alten Desktop-Rechner, Notebooks, etc? Oder befinde ich mich in der Steinzeit?

Das kann doch eigentlich nicht der Sinn des Mediengiganten sein, glückliche Nutzer zu vergraulen, weil die Nutzung etablierter Software umgestellt und damit unkomfortabler wird. Traurig, das in diesem Zeitalter zu erleben, wo Google stets bemüht ist, alles einfacher zu machen.
Herzlichen Glückwunsch, nicht!

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