Zukunftszugewand


Nachdem ich kurz nach 19 Uhr das Büro verlassen konnte, habe ich mich flott auf den Weg nach Hause gemacht. Mit der Arbeit konnte ich nicht unmittelbar abschließen,  aber die Eröffnungsparade der diesjährigen Olympischen Spiele in Sotschi war eine schöne Abwechslung. Die umstrittene Finanzierung der Putinspiele haben die Vorfreude getrübt – zurecht. Russland protzt, was wohl einfach dazu gehört. Das der rote amerikanische Ring der Olympischen Ringe als Element der Eröffnungsfeier nur im russischen Fernsehen leuchtete, ist eine Besonderheit, die ich sonst nur noch in China für moglich halte. Die Symbolkraft für den Rest der Welt finde ich allerdings durchaus interessant.
Lasst die umstrittenen Spiele beginnen und vielleicht den Sport mehr in den Mittelpunkt stellen. Denn darum geht es in den kommenden drei Wochen.

Inhalte werden wichtiger. Nachdem blinkende Bilder und aufwendige Flashanimationen bereits abgelöst wurden, werden nun Inhalte durch Google noch höher bewertet. Das trifft sich gut. Schließlich ist das Design dieser Seite seit inzwischen 10 Jahren hochgradig beständig bzw. schlicht unverändert.  Die Abstrafung inhaltsloser Perioden wurden bereits durch das leicht verschlechterte Google-Ranking bestraft. Und nun kommt mit dem neuen Google-Release die Aufwertung von Inhalten. Hervorragend. Endlich werden brauchbare Wörterzeilen aufgewertet und verdrängen bunte Bildchen. Ob meine Inhalte für jeden geneigten Leser von Nutzen sind, wage ich durchaus zu bezweifeln. Aber vielleicht kann ich mich bewegen, mal wieder interessante Inhalte zu produzieren. Der Anreiz ist geschaffen.

Eine spannende Woche steht vor der Tür. Morgen werde ich die Reise ins schöne Linz antreten. Mit Handtuch, All-Wetter-Kleidung, neuen Wanderschuhen bepackt, bin ich auf alle Eventualitäten vorbereitet. Die Erwartungshaltung ist hoch, die Spannung umso höher. Ich will mich überraschen lassen.

Vor einigen Jahren habe ich bereits über die Zeitung „Huffington Post“ in den USA gelesen. Ein Mix aus Blogbeiträgen, vielen Kommentaren und Social Media. Es geht mehr um die Vermarktung der Artikel, die SEO-relevante Platzierung und viel Traffic. Die Qualität des Journalismus steht nicht immer im Mittelpunkt. Das Sammeln von Informationen und die geschickte Aufbereitung ist Kern der Arbeit. Auch, wenn die Zeitung neben affinen Hobby-Textern inzwischen auch ausgebildete Journalisten beschäftigt und sogar den Pulitzer Preis erntete, stehe ich dem Gesamtkonzept kritisch gegenüber.

Startseite Huffington Post Deutschland

(© HuffingtionPost.de, 11.10.2013)

Und nun? Seit 10. Oktober gibt die HuffPost auch in Deutschland. In Kooperation mit Focus Online will die HuffPost DE eine wichtige Rolle in der deutschen Medienlandschaft spielen. Dabei wird sie unterstützt von Granaten wie  Cherno Jobatey (eher bekannt vom ZDF Morgenmagazin), der das Editorial betreut oder die amtierende Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen.
Ich bin gespannt, wie sich die Zeitung in Deutschland entwickeln wird. Für mich steht nach wie vor fest, welche Zeitung donnerstags in meinem Briefkasten landen soll, weil deren Konsum nur zu köstlich ist.

P.S.: Inhaltlich kann ich der dargestellten Startseite nicht zustimmen.

Die schriftliche der Vorlesung „Projektmanagement“ der Friedrich-Schiller-Universität Jena war eine erste Gelegenheit, wieder warm zu werden. Fachliteratur konsumieren, Theorien und Ansätze lernen, Konzepte verinnerlichen. Ich habe ein Wochenende Vorbereitung in die Klausur gesteckt, dazu noch etwas Vorbereitung im Rahmen von Ausarbeitungen. Aus arbeitstechnischen Gründen konnte ich die Vorlesung leider nur zweimal zu Beginn besuchen – eigentlich gar nicht meine Einstellung. Die Klausur habe ich dennoch mit verhältnismäßig gutem Ergebnis bestanden.

Und dann: Ich habe das größere Ziel der Zertifizierung als „Project Management Professional“ (PMP) des internationalen Project Management Institutes ins Auge gefasst. Als Ansporn habe ich der Termin für das Examen gemacht. Im Anschluss war ich sehr motiviert, Einiges dafür zu tun. Ich fühlte mich wie im ersten Semesters meines Studiums an der FH Südwestfalen. Sehr lange Tage, viele Test-Examen. Regelmäßig Unverständnis über die richtigen Antworten, manchmal Verzweiflung aufgrund der Stoffmenge. Eine sehr interessante Zeit.

PMI Testfragen und -examen

Das Examen war heute in Berlin. Da bereits 09 Uhr der Beginn war, bin ich bereits gestern im Zug angereist. Die entspannte Fahrt nutzte ich, um nochmal einige Punkte nachzuschlagen. Morgens konsumierte ich einen Donut und machte mich auf den Weg zum Testcenter.
Wie im Hochsicherheitstrakt – ohne Essen, Trinken, Taschentuch – verbrachte ich vier intensive Stunden am Bildschirm und beantwortete 200 Fragen. Zeit vorbei. „Weiter“. „Passed“.

Nun kann es weitergehen.

Heute war mein erster Besuch an der Johannes-Kepler-Universität in Linz. Die Uni selbst war schnell zu finden, der Einschreibeservice umso schwieriger. Eine Orientierung auf dem Campus-Gelände war nicht unmittelbar möglich. Aber nette Menschen halfen mir zum richtigen Gebäude und zum richtigen Treppenhaus. Als eine wartende Menschen-Schlange vor mir stand, war mir klar, dass ich richtig bin.
Ich konnte mich Einschreiben. Nach kurzem Telefonat, ob ich wirklich im Kurs mitspielen darf, gab es dann die formale Aufnahme ins Studentenleben. Mir wurde ein kleines Begrüßungspackl mit Einführungsunterlagen für das erste Semester überreicht, genauso wie die KeplerCard, den Studentenausweis mit gleichzeitiger Geldkarten-Funktion.

Langsam wird es Zeit, dass es los geht. Bin bereits sehr gespannt.

Das die Arbeitstage verhältnismäßig lang sind, ist mir bekannt. Das sich zum Alltags-Workload nun noch Know-How-Erweiterung gesellt, finde ich grundsätzlich positiv. Es ist durchaus angenehm parallel zur Sendung „Shopping Queen“ über Aspekte der Earned-Value-Analyse zu lesen, ohne das TV-Event aktiv zu verfolgen.
Auch der Sonntag ist mit sinnvoller Beschäftigung gerettet. Nur muss ich aufpassen, dass der Tatort nicht gefährdet ist.

Willkommen in der Anstalt. Hier wird Ihnen geholfen, den Wahnsinn in voller Breite mitzunehmen.
So oder so ähnlich könnte die Aufschrift eines Schildes heißen, welches an unserer Bürotür hängt.

Ein Dank geht an einen Kollegen, der mit dieser Inspiration einen guten Start in das Wochenende bescherte.

Der SV Schott Jena hat Einzug in die erste Runde des DFB-Pokal genommen. Mit einem grandiosen Sieg gegen meinen „Lieblingsverein“ aus Erfurt kann sich der SV Schott nun die nächsten Vereinsfeste sichern. Der Bundesligist Hamburger SV beehrt die Jenenser im bis dahin hoffentlich trocken-gelegten Ernst-Abbe-Sportfeld: Ich sage schon mal, Hallo HSV.

Nachdem das Jahr verhältnismäßig ruhig angelaufen ist, scheint jetzt wieder mehr Tempo auf der Straße zu liegen. Mein Büro verteilt sich auf drei Zimmer, meine häusliche Arbeitsumgebung bewegt sich über Schlaf-, Wohn- und Arbeitsbereich. Der Kopf ist voll. Die Arbeitszeit wäre einfacher in der Einheit Tage zu erfassen.
Ich mag diese Momente, wenn das Ende des Tunnels zumindest erkennbar ist. Dummerweise habe ich das Gefühl, gerade erst in den Tunnel hinein gefahren zu sein. Ich hoffe, zumindest das Licht leuchtet konstant auf, sodass ich nicht versehentlich gegen die Wand fahre.

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